Bilder und Bericht vom Weltgebetstag 2018 "Surinam"

Rund um die ganze Welt wurde am 2. März 2018 mit einer Liturgie aus Surinam gefeiert.

Thema: Gottes Schöpfung ist sehr gut!
(aus Surinam)

am Freitag, 02. März 2018

um 20.00 Uhr im Theodor-Engel-Gemeindehaus in Eschenbach

Titelbild "Die Mutter Erde in Dankbarkeit"

Der Altar spiegelt die Farben und Vielfalt von Surinam

 

Text: Johanna Sänger
Fotos: Angela Halbritter

„Alles so schön bunt hier!“
Weltgebetstag 2018 in Eschenbach

 „Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider! Bunt, bunt, bunt ist alles was ich hab`! Darum lieb` ich alles was so bunt ist….“! Diese Strophe aus dem alten, deutschen Kinderlied „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider…“ kommt mir in den Sinn.
Denn: „Bunt“ geht es zu als ich am frühen Abend des 2. März 2018 das Theodor-Engel-Gemeindehaus in Eschenbach betrete.
Die Frauen des Vorbereitungsteams für den Weltgebetstag (WGT) eilen hin und her: vom Gottesdienstraum in das Foyer, vom Foyer in die Küche, von der Küche in den Saal und so fort. Alles…alles soll bunt sein und die für uns unvorstellbare Vielfalt Surinams zum Ausdruck bringen!
Die Kleider der Frauen: bunt! Die Früchte des Landes: bunt! Die Speisen auf den Tischen: bunt! Das Zentrum des Gottesdienstraumes: bunt!
SURINAM – der kleine Staat an der Nordostküste Südamerikas, schickt 2018 das Thema und die Liturgie für den WGT in alle Welt. Surinam ist Heimat für Menschen unterschiedlichster Kulturen und Traditionen. Die Surinamerinnen bezeichnen sich selbst als „Moksi“, als „Mischmasch“ aus vielen verschiedenen Ethnien. Ihre Vorfahren stammen von vier Kontinenten ab.
Surinam ist bunt! Surinam liebt bunt!
Da ist der Regenwald, der mit 1000 verschiedenen Baumarten über 90 Prozent des Landes bewächst.
Da sind die unterschiedlichsten Rhythmen, der Klang der verschiedenen Instrumente, der Gesang der buntgekleideten und geschmückten Frauen und Männer.
Da ist der unbändige Drang nach Freiheit und Leben in den Menschen, die zum Teil über Jahrhunderte versklavt waren.
Da ist die Gabe der Surinamerinnen, die Schönheit der Schöpfung zu bewundern.
„Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ – so formulieren die Frauen ihr Thema.
„Die Mutter Erde in Dankbarkeit“ – so überschreibt die einheimische Künstlerin Sri Irodikromo das von ihr gestaltete Titelbild.
Jeder Gast wird am Ende des Abends die schöne und stolze kreolische Frau inmitten Gottes Schöpfung im Postkartenformat geschenkt bekommen. Neben der Karte und dem Bändchen in den Nationalfarben Surinams, das eine Eschenbacherin für jede von uns selbst geflochten hat, nehmen wir dies mit:
„Es wird Zeit, etwas zu verändern, mit den Schätzen der Erde zärtlich umzugehen, wie Mann und Frau das Leben weiterzugeben aus Liebe.“
Das ist ein Herzensanliegen der Frauen aus Surinam! Ihr Aufruf spiegelt sich wieder im Gottesdienstverlauf. Die Schriftlesung entstammt dem 1. Buch Mose (Genesis). Es ist der Schöpfungsbericht. Wir lauschen der Schriftleserin und bestätigen das Gehörte wieder und wieder in gesungener Form mit dem Lied: „Seht, alles, was Gott gemacht hat, ist wunderbar.“
Wir deutschen Mädchen und Frauen leihen den Surinamerinnen unsere Stimmen. Wir berichten:
Die Menschen Surinams weinen über die Verseuchung ihrer Flüsse mit Quecksilber, das zur Gewinnung von Gold verwendet wird. Sie trauern um ihre Wälder, die vernichtet werden von der Holzindustrie. Sie wollen die Meeresschildkröten schützen, deren Fortbestand bedroht ist. Sie verzweifeln am steigenden Meeresspiegel, der ihr Land überflutet und wegschwemmt.
Und DENNOCH:
Die Surinamerinnen machen sich auf den Weg in die Zukunft! Kraftvoll und mutig! Sie fühlen sich als Teil unerschöpflicher Vielfalt und Fülle, als Über-lebenskünstlerinnen, als Gottes geliebte Töchter!
Die Frauen aus Surinam rufen uns auf, mit ihnen Verantwortung für unsere Erde zu übernehmen. Sie appellieren an uns: helft, Gottes Schöpfung zu schützen und zu heilen!
„Moksi“ ist Sranan und bedeutet nicht nur „gemischt“, sondern ebenso: „gemeinsam“.
Wenn wir es „auf Deutsch“ übersetzen, könnte es ja heißen: Lasst uns den Weg GEMEINSAM und in Verbundenheit mit allen Menschen gehen, auf dem unsere Schwestern aus Surinam bereits unterwegs sind!
Als in der Nacht die Frauen des Vorbereitungsteams ins Freie treten, schneit es in Eschenbach.
Mein 1. Gedanke: „Welch` ein Kontrast! Ein Abend voller Farben, Klänge, Worte und Wärme und nun das: Kälte, Stille und eine weiße Winterlandschaft!“
Aber dann fällt mir die Definition von der Farbe WEIß ein: „…WEIß beschreibt … die Anwesenheit aller Farben!“
„Wie schön!“, denke ich. „Surinam in Eschenbach! Bunt trifft WEIß!“
Und im WEIß sind eben DOCH alle Farben irgendwie immer da!

Fotos: Angela Halbritter
Text: Johanna Sänger

DANKE – an alle Mädchen und Frauen, die mitgeholfen haben bei der Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes und des Festes!
DANKE – an alle Besucherinnen, die den schönen Gottesdienst mit uns feierten und das leckere Festessen mit Speisen nach Rezepten aus Surinam mit uns teilten.

 

 

 

Was ist die größte weltweite ökumenische Bewegung – vielleicht sind Sie ja auch dabei?
Seit fast 100 Jahren gibt es den Weltgebetstag, seit mehr als 60 Jahren wird er in Deutschland gefeiert. Frauen auf der ganzen Welt, in 170 Ländern – und inzwischen auch viele Männer – beten am 1. Freitag im März rund um den Globus. Eine große im besten Sinne globale Bewegung, die schon lange vor den Internetzeiten funktioniert hat.
Weltgebetstag – was passiert da?
Es wird miteinander gefeiert – denn es wird überall die gleiche Liturgie gefeiert, es werden die gleichen Worte gesprochen (in unterschiedlichen Sprachen). Jedes Jahr kommt die Liturgie aus einem bestimmten Land. 
Es verbindet uns die Hoffnung, dass wir ein Leib sind, verbunden miteinander weltweit. Spürbar wird dies jedes Jahr wieder – ganz besonders am ersten Freitag im März – Welt-Gebetstag.
Jedes Jahr wieder ein besonderer Gottesdienst, ein besonderer Abend, der mit Köstlichkeiten aus dem Gastland ausklingt.
Herzlichen Dank an alle, die in Heiningen und Eschenbach immer wieder mithelfen, dass wir in beiden Gemeinden einen schönen Weltgebetstag feiern können.